Katalog 2018

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Elf Prozent. Ist das viel? ist das wenig? Elf Prozent von 200 Jahren sind 22 Jahre.

Derzeit wird allerorten der Erfindung des Fahrrades durch Karl Freiherr von Drais gedacht. Sein Verdienst war es, das Urprinzip des Fahrrades, nämlich zwei hintereinander angeordnete Räder, das Zweirad, und der Mensch als Antriebsmittelpunkt erdacht zu haben: die Draisine, ein 25 kg schweres Holz-Stahl-Ungetüm, das mittels Beinanschub bewegt werden musste. Es war am 12.6.1817 als Drais mit seinem Gefährt erstmals auf einer 7 km langen Strecke von Mannheim nach Schwetzingen unterwegs war, mit einer beachtlichen Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 km/h. Im Übrigen schon damals mit 27“ Laufrädern. Schon bald kollidierte diese neue Geschwindigkeit mit den Gewohnheiten der Fußgänger. Draisinen wurde in einigen Städten verboten, die Entwicklung des Zweirades stockte. Es brauchte 50 Jahre, bis zur Weltausstellung 1867 in Paris, bis Pierre Michaux ein Fahrrad mit Metallrahmen und einem Kurbel getriebenem Vorderrad vorstellte, das Veloziped. Der Weg zum Hochrad war geebnet. Aber auch das sollte nur eine Zwischenstation zum heutigen Fahrrad sein. Und schon 1879 tüftelten der Stuttgarter Turnlehrer Johann Friedrich Trefz und Harry John Lawson unabhängig voneinander an kettengetriebenen Hinterrädern. Immer noch war das Vorderrad größer als das Hinterrad, aber mit dem Modell „Safety“ von Lawson war endlich der perfekte Hinterradantrieb gefunden. Der sich zunächst aber nicht gegen die weit verbreiteten Hochräder von Michaux durchsetzen konnte. Es war John Kemp Starley, ein Enkel des Erfinders tangential eingespannter Stahlspeichen, der 1885 unter dem Markennamen Rover (Wanderer) das sogenannte Sicherheitsniederrad vorstellte, ein Zweirad mit Hinterrad-Kettenantrieb und indirekter Lenkung. Als dann 1888 das Rover III mit Luftbereifung auf den Markt kam, war das Fahrrad, so wie wir es heute kennen, quasi geboren. Schließlich entwickelte Thomas Humber 1890 mit der direkten Verbindung zwischen Sattel und Tretlager den Fünfeck- bzw. Diamantrahmen, so, wie er noch heute von der UCI vorgeschrieben wird.

Und wieder mussten mehr als 50 Jahre vergehen, bis im Jahre 1946 mit der „Corsa“ von Campagnolo die erste massentaugliche Gangschaltung erhältlich war. Bis dahin wurde das Hinterrad mit zwei unterschiedlichen Ritzeln, je eines links und rechts auf der Nabe, versehen und bei Bedarf musste das Hinterrad ausgespannt, umgedreht und wieder eingespannt werden. Anfangs noch mit Flügelmuttern, später erfand Tullio Campagnolo den Schnellspanner. Die heute bekannte Parallelogramm Schaltung wurde in den 50er Jahren entwickelt. Die Evolution des Fahrrades geht weiter. Der Werkstoff Carbon hat weitestgehend die Führungsposition eingenommen, geschaltet wird nun elektrisch und kabellos und auch der elektrische Antrieb hat sich längst etabliert. Für jeden Anwendungsbereich gibt es heute ein spezielles Produktsegment. Und Räder von Storck haben in manchen von ihnen Meilensteine gesetzt (mehr dazu auf unserer Page storckworld/leidenschaft.com).Storck Bicycle gibt es seit 1995 und ist seit 22 Jahren Teil dieser Entwicklung. Das sind mehr als 10 Prozent der 200jährigen Geschichte des Fahrrades. 22 Jahre in denen wir mit Stolz behaupten können, das Kapitel Fahrrad ein ganzes Stück mitgeschrieben zu haben. Das ist viel, wie ich finde und ich freue mich auf die nächsten spannenden Jahre.

Ihr / Euer Markus Storck